Als Kommunikationsagentur arbeiten wir den ganzen Tag mit Wörtern. Darum haben wir das Wörterbuch immer vor uns und schlagen vieles nach. Damit auch Sie davon profitieren, stellen wir hier regelmässig Begriffe vor, deren Schreibweise nicht so ganz klar ist.


Schon wieder krankgeschrieben

Leiden Sie unter der aktuellen Grippewelle? Sofern Sie länger bei der Arbeit ausfallen, muss der Arzt Sie krankschreiben. Denn der Begriff wird zusammengeschrieben.

Beispiele:

  • Das halbe Team der Kommunikationsagentur ist krankgeschrieben.
  • Er sucht einen Arzt auf, der ihn krankschreibt.

Ja und Amen

Wer einer Sache zustimmt, sagt Ja dazu. Wann ja gross- und wann kleingeschrieben wird, ist allerdings nicht immer ganz klar.

«Ja sagen» fällt im Duden unter die Kategorie einer Redewendung. Daher wird die Partikel in dieser Verbindung grossgeschrieben. In allen anderen Fällen wird sie kleingeschrieben.

Beispiele:

  • Oh ja, in dieses Restaurant gehe ich sehr gerne.
  • Mein Chef sagte Ja, als ich ihn um Urlaub bat.
  • Guter Content schreibt sich ja nicht von allein, weshalb wir eine Kommunikationsagentur brauchen.

Angela Merkels Argumente

Mit dem Genitiv-Apostroph ist es so eine Sache – vor allem, wenn es um Namen geht. Überzeugen mich Angela Merkels Argumente oder Angela Merkel’s Argumente? Sind es Susannes Kinder oder Susanne’s Kinder?

Im Normalfall wird der Genitiv ohne Apostroph geschrieben. Zur Anwendung kommt der kleine Strich nur, wenn ein Name auf s, ss, x, z oder tz endet. 

Beispiele:

  • Fritz‘ Rede
  • Montreux‘ Stadtpräsident (besser: Stadtpräsident von Montreux)

Ebenfalls zulässig ist der Apostroph, um die Grundform eines Namens zu verdeutlichen, sofern diese nicht offensichtlich ist. In diesem Fall sind zwei Formen korrekt.

Beispiel:
Nicolas Wäscherei und Nicola’s Wäscherei
Hier macht der Apostroph deutlich, dass die Wäscherei einer Frau gehört – nämlich Nicola – und nicht dem Mann Nicolas.

Alles andere als einfach

Nach «etwas», «wenig», «nichts» oder «viel» schreibt man grundsätzlich gross: etwas Grosses, wenig Schönes, viel Gutes, nichts Neues. Gilt das auch, wenn «anderes» folgt?

Grossschreibung ist hier zwar erlaubt. Duden empfiehlt bei Formulierungen mit «andere», «anderer» und «anderes» aber immer Kleinschreibung.

Beispiele:

  • Es ist etwas anderes, ob du Texter oder Content Creator bist.
  • Die anderen haben es anders gemacht.

Alles zu seiner Zeit

Oft werden zwei Ausdrücke fast gleich geschrieben, haben aber eine völlig unterschiedliche Bedeutung. Ein Beispiel dafür: «zurzeit» und «zur Zeit».

Zusammengeschrieben bedeutet «zurzeit» so viel wie «im Moment». Die getrennte Form meint etwas anderes, nämlich «zu einer bestimmten Zeit». Sie wird also für einen Rückblick verwendet.

Beispiele:

  • Viele Unternehmen bauen zurzeit ihr Content Marketing auf.
  • Zur Zeit Napoleons wurden blutige Kriege geführt.

Welcher der beiden?

Wenn von zwei Leuten die Rede ist, kann anstelle wiederholter Namensnennung auch von «den beiden» geschrieben werden. Aber schreibt sich das gross oder klein?

Obwohl der Artikel «die» auf Grossschreibung schliessen lässt, wird «die beiden» immer kleingeschrieben.

Beispiele:

  • Die beiden verstehen viel von Corporate Publishing.
  • Euch beide kenne ich vom Fitnessstudio.
  • Einer der beiden arbeitet in einer PR-Agentur.

Wie weiter nach Doppelpunkt?

Er leitet ein, fasst zusammen, separiert und betont. Mit ihm lassen sich Struktur und Spannung erzeugen. Die Rede ist vom Doppelpunkt. Ob es nach dem «Allrounder der Satzzeichen» gross oder klein weitergeht, hängt von seiner Funktion ab.

Gross geht es weiter, wenn nach dem Doppelpunkt ein Zitat oder ein vollständiger Satz mit Subjekt und Verb folgt – zum Beispiel ein Fazit, eine Begründung oder eine Zusammenfassung:

  • Bruno antwortete: «Am liebsten esse ich Lasagne.»
  • Lange Rede, kurzer Sinn: Der Einwand ist berechtigt.

Klein geht es weiter, wenn nach dem Doppelpunkt eine Aufzählung folgt:

  • Das Unwetter hatte verheerende Folgen: zerstörte Häuser, gesperrte Strassen, Hochwasser.

Kleinschreibung folgt ebenso, wenn nach dem Doppelpunkt ein unvollständiger Satz steht:

  • Sie kontrollierte die Herdplatten: alle abgestellt.

So weit, so gut

«Soweit» und «so weit» – welche Schreibweise ist wann richtig?

«Soweit» schreibt man dann zusammen, wenn sich der Ausdruck durch «soviel» ersetzen lässt. In allen anderen Fällen wird «so weit» getrennt geschrieben.

Beispiele:

  • Der Content liegt vor, aber die Website ist noch nicht so weit.
  • Soweit ich weiss, hat er eine eigene Textagentur gegründet.