Als Kommunikationsagentur arbeiten wir den ganzen Tag mit Wörtern. Darum haben wir das Wörterbuch immer vor uns und schlagen vieles nach. Damit auch Sie davon profitieren, stellen wir hier regelmässig Begriffe vor, deren Schreibweise nicht so ganz klar ist.


Die meisten wissen es nicht

Meist ist es offensichtlich, dass man das Wort «meiste» kleinschreibt. Doch wie verhält es sich bei Formulierungen wie «das meiste» und «die meisten»?

Wer den Begriff konsequent kleinschreibt, ist in jedem Fall auf der sicheren Seite. Wird das Zahlwort oder das Pronomen wie ein Substantiv verwendet, kann es aber auch grossgeschrieben werden (Beispiel 4 und 5).

Beispiele:

  • Die meisten Korrekturen sind richtig.
  • Die meisten unserer Kollegen sind schnell.
  • Dieser Texter schreibt am meisten.
  • Das meiste/Meiste ist redigiert.
  • Sie sind kreativer als die meisten/Meisten.

Mithilfe erwünscht

Selbst als Rechtschreibprofi benötigen Sie ab und zu den Duden. Haben Sie das richtige Wort dann mithilfe oder mit Hilfe des Lexikons gefunden?

Für die Präposition gelten beide Schreibweisen als korrekt. Duden empfiehlt jedoch «mithilfe». Meinen Sie hingegen den Begriff «Mithilfe» als Synonym von «Unterstützung», dann handelt es sich um ein Nomen, das in einem Wort und grossgeschrieben wird.

Beispiele:

  • Ein Unternehmen kann mithilfe von Content Marketing mehr Kunden gewinnen.
  • Besser korrigieren lässt sich mithilfe des Vier-Augen-Prinzips. 
  • Seine Mithilfe in der Kommunikationsagentur ist wertvoll.

Richtig vergleichen

Menschen mögen Vergleiche. Aber heisst es besser, höher, schöner «wie» oder «als»? Die beiden Vergleichspartikel werden nämlich nicht beliebig eingesetzt.

Die Regel dazu lautet:

  • «Wie» steht für Gleichheit und kommt zum Einsatz, wenn etwas übereinstimmt. Mit «nicht wie» lässt sich dagegen eine Ungleichheit ausdrücken.
  • «Als» steht immer für einen Unterschied und wird bei Steigerungen verwendet.

Beispiele:

  • Tanja ist gleich gross wie Caroline. Sie ist aber nicht so gross wie Lily.
  • Mein Artikel ist länger als deiner. Er ist gleich lang wie letztes Mal.
  • Content Marketing ist effizienter als Werbung.

Ist es das wert?

Ob das Wort «wert» klein- oder grossgeschrieben wird, hängt von der Funktion ab: Als Adjektiv oder wie ein Adjektiv eingesetzt, bleibt es klein. Als Nomen hingegen wird es selbstverständlich grossgeschrieben.

Beispiele:

  • Mein werter Opa kommt zu Besuch.
  • Ein guter Text ist wertvoll, er ist Gold wert. 
  • Dieses Schmuckstück ist von hohem Wert.

Schon wieder krankgeschrieben

Leiden Sie unter der aktuellen Grippewelle? Sofern Sie länger bei der Arbeit ausfallen, muss der Arzt Sie krankschreiben. Denn der Begriff wird zusammengeschrieben.

Beispiele:

  • Das halbe Team der Kommunikationsagentur ist krankgeschrieben.
  • Er sucht einen Arzt auf, der ihn krankschreibt.

Ja und Amen

Wer einer Sache zustimmt, sagt Ja dazu. Wann ja gross- und wann kleingeschrieben wird, ist allerdings nicht immer ganz klar.

«Ja sagen» fällt im Duden unter die Kategorie einer Redewendung. Daher wird die Partikel in dieser Verbindung grossgeschrieben. In allen anderen Fällen wird sie kleingeschrieben.

Beispiele:

  • Oh ja, in dieses Restaurant gehe ich sehr gerne.
  • Mein Chef sagte Ja, als ich ihn um Urlaub bat.
  • Guter Content schreibt sich ja nicht von allein, weshalb wir eine Kommunikationsagentur brauchen.

Angela Merkels Argumente

Mit dem Genitiv-Apostroph ist es so eine Sache – vor allem, wenn es um Namen geht. Überzeugen mich Angela Merkels Argumente oder Angela Merkel’s Argumente? Sind es Susannes Kinder oder Susanne’s Kinder?

Im Normalfall wird der Genitiv ohne Apostroph geschrieben. Zur Anwendung kommt der kleine Strich nur, wenn ein Name auf s, ss, x, z oder tz endet. 

Beispiele:

  • Fritz‘ Rede
  • Montreux‘ Stadtpräsident (besser: Stadtpräsident von Montreux)

Ebenfalls zulässig ist der Apostroph, um die Grundform eines Namens zu verdeutlichen, sofern diese nicht offensichtlich ist. In diesem Fall sind zwei Formen korrekt.

Beispiel:
Nicolas Wäscherei und Nicola’s Wäscherei
Hier macht der Apostroph deutlich, dass die Wäscherei einer Frau gehört – nämlich Nicola – und nicht dem Mann Nicolas.

Alles andere als einfach

Nach «etwas», «wenig», «nichts» oder «viel» schreibt man grundsätzlich gross: etwas Grosses, wenig Schönes, viel Gutes, nichts Neues. Gilt das auch, wenn «anderes» folgt?

Grossschreibung ist hier zwar erlaubt. Duden empfiehlt bei Formulierungen mit «andere», «anderer» und «anderes» aber immer Kleinschreibung.

Beispiele:

  • Es ist etwas anderes, ob du Texter oder Content Creator bist.
  • Die anderen haben es anders gemacht.