Als Kommunikationsagentur arbeiten wir den ganzen Tag mit Wörtern. Darum haben wir das Wörterbuch immer vor uns und schlagen vieles nach. Damit auch Sie davon profitieren, stellen wir hier regelmässig Begriffe vor, deren Schreibweise nicht so ganz klar ist.


Alles andere als einfach

Nach «etwas», «wenig», «nichts» oder «viel» schreibt man grundsätzlich gross: etwas Grosses, wenig Schönes, viel Gutes, nichts Neues. Gilt das auch, wenn «anderes» folgt?

Grossschreibung ist hier zwar erlaubt. Duden empfiehlt bei Formulierungen mit «andere», «anderer» und «anderes» aber immer Kleinschreibung.

Beispiele:

  • Es ist etwas anderes, ob du Texter oder Content Creator bist.
  • Die anderen haben es anders gemacht.

Alles zu seiner Zeit

Oft werden zwei Ausdrücke fast gleich geschrieben, haben aber eine völlig unterschiedliche Bedeutung. Ein Beispiel dafür: «zurzeit» und «zur Zeit».

Zusammengeschrieben bedeutet «zurzeit» so viel wie «im Moment». Die getrennte Form meint etwas anderes, nämlich «zu einer bestimmten Zeit». Sie wird also für einen Rückblick verwendet.

Beispiele:

  • Viele Unternehmen bauen zurzeit ihr Content Marketing auf.
  • Zur Zeit Napoleons wurden blutige Kriege geführt.

Welcher der beiden?

Wenn von zwei Leuten die Rede ist, kann anstelle wiederholter Namensnennung auch von «den beiden» geschrieben werden. Aber schreibt sich das gross oder klein?

Obwohl der Artikel «die» auf Grossschreibung schliessen lässt, wird «die beiden» immer kleingeschrieben.

Beispiele:

  • Die beiden verstehen viel von Corporate Publishing.
  • Euch beide kenne ich vom Fitnessstudio.
  • Einer der beiden arbeitet in einer PR-Agentur.

Wie weiter nach Doppelpunkt?

Er leitet ein, fasst zusammen, separiert und betont. Mit ihm lassen sich Struktur und Spannung erzeugen. Die Rede ist vom Doppelpunkt. Ob es nach dem «Allrounder der Satzzeichen» gross oder klein weitergeht, hängt von seiner Funktion ab.

Gross geht es weiter, wenn nach dem Doppelpunkt ein Zitat oder ein vollständiger Satz mit Subjekt und Verb folgt – zum Beispiel ein Fazit, eine Begründung oder eine Zusammenfassung:

  • Bruno antwortete: «Am liebsten esse ich Lasagne.»
  • Lange Rede, kurzer Sinn: Der Einwand ist berechtigt.

Klein geht es weiter, wenn nach dem Doppelpunkt eine Aufzählung folgt:

  • Das Unwetter hatte verheerende Folgen: zerstörte Häuser, gesperrte Strassen, Hochwasser.

Kleinschreibung folgt ebenso, wenn nach dem Doppelpunkt ein unvollständiger Satz steht:

  • Sie kontrollierte die Herdplatten: alle abgestellt.

So weit, so gut

«Soweit» und «so weit» – welche Schreibweise ist wann richtig?

«Soweit» schreibt man dann zusammen, wenn sich der Ausdruck durch «soviel» ersetzen lässt. In allen anderen Fällen wird «so weit» getrennt geschrieben.

Beispiele:

  • Der Content liegt vor, aber die Website ist noch nicht so weit.
  • Soweit ich weiss, hat er eine eigene Textagentur gegründet.

Alles klein?

Im digitalen Zeitalter von WhatsApp, Snapchat & Co. verzichten wir oft auf Höflichkeitsformen und schreiben alles klein. Im Falle von «alle» und «alles» ist das auch in formellen Texten richtig so: Das Pronomen und unbestimmte Zahlwort schreibt man – sogar höflich benutzt – immer klein.

Beispiele:

  • Wir möchten uns bei Ihnen allen bedanken.
  • Ich möchte Sie alle herzlich zum Apéro einladen.
  • Hast Du es allen persönlich mitgeteilt? Ja, ich habe mit allen geredet.
  • Das Unternehmen hatte alles in allem ein gutes Jahr.

Bei dem allem gibt es eine einzige Ausnahme: In der Redewendung «Du bist mein Ein und Alles» schreibt man das kleine Wörtchen gross.

Richtig managen

Dass wir auch auf Deutsch immer mehr englische Verben verwenden, ist ganz normal geworden. Doch wie bildet man das Perfekt richtig?

Bei solchen eingedeutschten Verben sind nur die deutschen Endungen korrekt. Die Konstruktion funktioniert also nach den immer gleichen Regeln: mit der Vorsilbe «ge» und «t» am Schluss – statt mit «ed» wie auf Englisch.

Beispiele:

  • Der Chef hat die Situation sehr professionell gemanagt.
  • Er hat die redigierten Texte gestern noch downgeloadet.
  • Der Eishockeyspieler wurde gecheckt und fiel zu Boden.

 

What the f…

Die drei Punkte – auch Auslassungspunkte genannt – sind beim Storytelling ein beliebtes Stilmittel, um im Text Spannung zu erzeugen. Ausserdem kommen sie zum Einsatz, wenn ein Satzteil, ein Wort oder ein Teil davon bewusst weggelassen wird, etwa bei bekannten Sprichwörtern oder Schimpfwörtern. Doch wann stehen vor oder nach den Punkten Leerschläge?

Auslassungspunkte stehen immer anstelle des Ausgelassenen – und zwar auf den Leerschlag genau. Es wird also kein Leerschlag gesetzt, wenn nur ein Wortteil fehlt. Lässt man aber ein ganzes Wort oder einen Satzteil weg, steht zwischen dem letzten ausgeschriebenen Wort und den Auslassungspunkten ein Abstand. Das gilt auch, wenn die drei Punkte kein konkretes Wort ersetzen, sondern bloss der Spannung dienen.

Endet ein Satz mit einer Auslassung, entfällt ausserdem der Satzschlusspunkt. Frage- und Ausrufungszeichen hingegen müssen immer gesetzt werden. Folgen auf einen weggelassenen Satzteil weitere Wörter, zum Beispiel um eine Pause anzudeuten, steht auch zwischen den Auslassungspunkten und dem nächsten Wort ein Leerschlag.

Beispiele:

  • Schöner S…, dass es schneit.
  • Ich … weiss es nicht mehr.
  • Wer nicht hören will …
  • Hallo! Ist da jemand …?