Als Kommunikationsagentur arbeiten wir den ganzen Tag mit Wörtern. Darum haben wir das Online-Wörterbuch immer offen und schauen oft nach, wie sich ein Begriff korrekt schreibt. Damit auch Sie davon profitieren, stellen wir hier regelmässig Begriffe vor, deren Schreibweise nicht so ganz klar ist.


Richtig abkürzen – mit Mut zur Lücke

Abkürzungen sind beliebt, etwa in E-Mails. Denn sie sparen Zeit beim Schreiben. Aber Achtung: Die Kurzformen sind eine beliebte Fehlerquelle. Häufig sparen sich die Schreibenden vor lauter Geschwindigkeit gleich die Punkte und den nötigen Leerschlag zwischen den abgekürzten Wörtern. Die Abkürzung für «zum Beispiel» etwa lautet dann «z.B.» oder sogar «zB».

Dabei ist die Sache einfach: Nach jedem abgekürzten Wort steht ein Punkt und dazwischen ein Leerschlag. Zu den wenigen Ausnahmen gehören «usw.» und «etc.».

Beispiele:

  • Die Grammatik beinhaltet viele Teilgebiete wie z. B. die Kommasetzung.
  • Diese Textagentur ist u. a. auf Storytelling spezialisiert.
  • In der Sitzung ging es v. a. um die Unternehmensstrategie.

Gleich viel oder gleichviel?

Das sollte Ihnen nicht gleich sein: Schreibt man «gleich viel» in zwei Wörtern? Oder heisst es «gleichviel» in nur einem Wort?

Einmal mehr gibt es beides. Der Unterschied liegt in der Bedeutung. «Gleich viel» im Sinne von «genauso viel» wird in zwei Wörtern geschrieben:

  • Monika verdient gleich viel wie Arthur.
  • Die Arbeit wurde so aufgeteilt, dass jeder gleich viel zu tun hat.

Soll der Ausdruck hingegen für «einerlei», «unwichtig ob» oder «unabhängig davon» stehen, so wird er in einem Wort geschrieben:

  • Gleichviel ob es den Marketers gefällt: Ohne Content Marketing kommt heute kein Unternehmen mehr aus.
  • Gutes Storytelling punktet, gleichviel wie alt der Text ist.

Neu, neuer, am …

… neusten oder neuesten? Ob die Steigerungsform von «neu» mit oder ohne «e» zur Bindung geschrieben wird, ist ein weiterer Fall für diesen Blog. Die Lösung: Gemäss Duden sind beide Schreibweisen richtig. Das gilt auch für den Superlativ anderer Adjektive, die auf «u» enden.

Beispiele:

  • Wann hat unsere treuste/treueste Kundin Geburtstag?
  • Am schlausten/schlauesten ist es, im Duden nachzusehen.
  • Neustens/Neuestens arbeitet er in einer Kommunikationsagentur.

Ist es das wert?

Ob das Wort «wert» klein- oder grossgeschrieben wird, hängt von der Funktion ab: Als Adjektiv oder wie ein Adjektiv eingesetzt, bleibt es klein. Als Nomen hingegen wird es selbstverständlich grossgeschrieben.

Beispiele:

  • Mein werter Opa kommt zu Besuch.
  • Ein guter Text ist wertvoll, er ist Gold wert. 
  • Dieses Schmuckstück ist von hohem Wert.

Nur noch halb so viele Fehler

Da tauchen beim Schreiben oft Zweifel auf: Heisst es «soviel» oder doch «so viel»? Über die richtige Schreibweise entscheidet die Funktion im Satz: Als Konjuktion – also als Bindewort – verwendet im Sinne von «wie» oder «soweit», schreibt man den Ausdruck zusammen. In allen anderen Fällen ist die Getrenntschreibung korrekt.

Beispiele:

  • Soviel ich weiss, arbeitet er jetzt bei einer Kommunikationsagentur.
  • Sie weiss so viel über Storytelling und Content Creation wie kaum jemand sonst. 
  • Mein Mann arbeitet immer so viel.
  • Wir haben doppelt so viel Erfolg, seit wir uns aufs Corporate Publishing spezialisieren.

Viel Spass beim Spazieren

Diese Regel lernt schon jedes Schulkind: Grundsätzlich werden Verben kleingeschrieben. Wie aber sieht es aus, wenn vor dem Verb eine Präposition wie «beim» oder – oft noch unklarer – «am» steht? Hat man ein spannendes Projekt «am laufen» oder «am Laufen»?

Korrekt ist die Grossschreibung. Die Grammatikregel lautet: Nach den Präpositionen zum, am, im, vom und beim schreibt man Verben stets gross. 

Beispiele:

  • Beim Texten braucht es etwas Übung.
  • Lisa ist heute noch nicht zum Spazieren mit ihrem Hund gekommen.
  • Beim Content Marketing haben wir viele spannende Projekte am Laufen.

Die meisten wissen es nicht

Meist ist es offensichtlich, dass man das Wort «meiste» kleinschreibt. Doch wie verhält es sich bei Formulierungen wie «das meiste» und «die meisten»?

Wer den Begriff konsequent kleinschreibt, ist in jedem Fall auf der sicheren Seite. Wird das Zahlwort oder das Pronomen wie ein Substantiv verwendet, kann es aber auch grossgeschrieben werden (Beispiel 4 und 5).

Beispiele:

  • Die meisten Korrekturen sind richtig.
  • Die meisten unserer Kollegen sind schnell.
  • Dieser Texter schreibt am meisten.
  • Das meiste/Meiste ist redigiert.
  • Sie sind kreativer als die meisten/Meisten.

Mithilfe erwünscht

Selbst als Rechtschreibprofi benötigen Sie ab und zu den Duden. Haben Sie das richtige Wort dann mithilfe oder mit Hilfe des Lexikons gefunden?

Für die Präposition gelten beide Schreibweisen als korrekt. Duden empfiehlt jedoch «mithilfe». Meinen Sie hingegen den Begriff «Mithilfe» als Synonym von «Unterstützung», dann handelt es sich um ein Nomen, das in einem Wort und grossgeschrieben wird.

Beispiele:

  • Ein Unternehmen kann mithilfe von Content Marketing mehr Kunden gewinnen.
  • Besser korrigieren lässt sich mithilfe des Vier-Augen-Prinzips. 
  • Seine Mithilfe in der Kommunikationsagentur ist wertvoll.