Als Kommunikationsagentur arbeiten wir den ganzen Tag mit Wörtern. Darum haben wir das Online-Wörterbuch immer offen und schauen oft nach, wie sich ein Begriff korrekt schreibt. Damit auch Sie davon profitieren, stellen wir hier regelmässig Begriffe vor, deren Schreibweise nicht so ganz klar ist.


So weit oder soweit – ein Leerzeichen macht den Unterschied

Soweit ich weiss, wohnt sie doppelt so weit weg von der Arbeit wie ich.

Sie klingen gleich und geschrieben unterscheiden sie sich nur durch ein wenig Luft zwischen den Buchstaben. Doch so ähnlich sich soweit und so weit sind, so unterschiedlich sind ihre Funktion und Bedeutung.

Soweit ist eine Konjunktion, auch Bindewort genannt. Als solche verbindet das Wort Satzteile wie Haupt- und Nebensätze miteinander:

  • Gurken sind gesund, soweit mir bekannt ist.
  • Soweit ich es beurteilen kann, wird der Wasserstand weiter steigen.

So weit steht hingegen immer dann, wenn der Satz kein Bindewort benötigt. Die Kombination aus dem Adverb «so» und dem Adjektiv «weit» beschreibt vielmehr eine räumliche oder metaphorische Entfernung oder einen Zustand:

  • Der Content liegt vor, aber die Website ist noch nicht so weit.
     (Hier wird eine Entwicklung oder ein Zustand beschrieben.)
  • Wie weit ist es noch bis zum Ziel? So weit kann es nicht mehr sein.
     (Hier wird eine tatsächliche Entfernung angesprochen.)

Schliesslich hilft Ihnen auch diese Eselsbrücke, die richtige Schreibweise zu finden:

Wenn Sie soweit durch «soviel», «in dem Masse, wie», «nachdem, was» ersetzen können und der Satz dabei seine Bedeutung behält, schreiben Sie «soweit» zusammen. In allen anderen Fällen ist die getrennte Schreibweise so weit korrekt.

Dass oder das? So unterscheiden Sie die lautverwandten Cousins

In der gesprochenen Sprache sind sie klanglich kaum zu unterscheiden. Und im Schriftbild hat der eine lediglich ein «s» mehr auf der Hüfte als der andere. Die Rede ist von den Cousins das und dass.

Selbst Lektorinnen und Lektoren fällt es nicht immer auf, wenn sich da oder dort der falsche Cousin in den Satz stellt und der andere durch Abwesenheit glänzt. Und so finden sich in Texten immer mal wieder Sätze wie diese:

  • «Das Guerilla Marketing zeichnet sich gerade dadurch aus, das es auch mit kleinem Budget funktioniert.»
  • «So gibt es Unternehmen, die ihre Werbeaktionen völlig losgelöst von der übrigen Kommunikation planen – dass kann nicht funktionieren.»

Solche Fehler sind natürlich ärgerlich – gerade weil sie in Printprodukten nicht so einfach korrigiert werden können. Deshalb ist beim Schreiben und besonders beim Korrigieren Vorsicht geboten.

Mit der folgenden Erklärung fällt Ihnen die Wahl zwischen das und dass bestimmt gleich viel leichter.

Das

Das ist ein Artikel oder ein Relativpronomen. Als Artikel ist es vergleichbar mit der und die (zum Beispiel in «das Auto»). Als Relativpronomen leitet es einen Nebensatz ein und bezieht sich auf ein Nomen oder Pronomen im Hauptsatz. Zum Beispiel: «Ich sehe das Auto, das blau ist.» Hier bezieht sich «das» im Nebensatz auf «das Auto» im Hauptsatz.

Dass

Dass ist eine Konjunktion und leitet einen Nebensatz ein. Es hat jedoch keinen Bezug zu einem Wort im Hauptsatz. Es wird zum Beispiel benutzt, um eine Tatsache oder eine Meinung auszudrücken: «Ich denke, dass es heute regnen wird.»

Ein einfacher Test

Wenn Sie unsicher sind, ob das oder dass richtig ist, versuchen Sie, das durch dieses, jenes oder welches zu ersetzen. Funktioniert der Satz immer noch? Dann ist das richtig. Funktioniert der Satz so nicht mehr, sollten Sie dass verwenden.

Die indirekte Rede – knifflig, aber machbar

In Fachtexten ist es üblich, O-Töne von Expertinnen und Experten einzuflechten. Manchmal in Form von Zitaten, manchmal in indirekter Rede. Letztere nehmen wir im Folgenden genauer unter die Lupe.

Bei der indirekten Rede setzen wir das Verb vom Indikativ in den Konjunktiv. Als Beispiel nehmen wir ein Zitat von Person X:

  • Direkte Rede: «Die Werbekampagne ist bereits jetzt ein Erfolg.»
  • Indirekte Rede: Person X sagt, die Werbekampagne sei bereits jetzt ein Erfolg.

Soweit alles klar. Aber wenn wir uns die Grundregel für die Bildung der indirekten Rede anschauen, wird es doch noch etwas knifflig:

  • Die indirekte Rede steht im Konjunktiv I, wenn sich die benötigte Form vom Indikativ unterscheidet. Oder anders ausgedrückt: Wird in der indirekten Rede der Konjunktiv I erkannt, bleibt er stehen (z. B. er komme).
  • Ist die Form im Konjunktiv I und im Indikativ gleich (z. B. ich lüge), dann verwendet man den Konjunktiv II (z. B. ich löge).
  • Ist diese Form aber nicht gängig oder nicht eindeutig von einem Indikativ zu unterscheiden, verwendet man würde + Infinitiv (z. B. ich würde lügen), um die indirekte Rede klar zu markieren.

Schliesslich gibt es auch Fälle, in denen es die indirekte Rede gar nicht braucht. Nämlich dann, wenn eine Aussage mit «laut», «gemäss» oder «zufolge» eingeleitet wird:

  • Laut Person X ist (nicht: sei) die Werbekampagne bereits jetzt ein Erfolg.

Vorsicht vor dem Deppenleerzeichen

Ob auf Webseiten, in Social-Media-Posts oder in Fachtexten – immer öfter stossen wir auf das, was wir unter Rechtschreibnerds süffisant Deppenleerzeichen bezeichnen. Drei Kostproben:

  • Das Buch steht in der Stadt Bibliothek.
  • Er ist Diplom Ingenieur.
  • Sie bezahlt ihre Rechnung am Post Schalter.

Orthografisch gesehen handelt es sich bei den Kursivsetzungen jeweils um zwei separate Wörter, die nichts miteinander zu tun haben, weil ein Leerzeichen dazwischen liegt:

Stadt. Bibliothek. / Diplom. Ingenieur. / Post. Schalter.

Erst durch die Kopplung oder die Zusammenschreibung der beiden Wörter entsteht die korrekte Bedeutung: Ein Ort, an dem man Bücher ausleihen kann, ist die Stadtbibliothek. Erst durch einen Uniabschluss wird man zum Diplom-Ingenieur. Und der Postschalter ist für manche immer noch die erste Wahl, um ihre Rechnungen zu bezahlen.

Zum Glück ist die Regel, die dahinter steckt, leicht zu merken: Wann immer zwei Wörter zusammen eine neue Bedeutung ergeben, werden sie zusammengeschrieben oder mit einem Bindestrich gekoppelt.

Erstmalig und erstmals – gleich und doch anders

In der deutschen Sprache entscheiden oft Feinheiten darüber, ob eine Formulierung richtig oder falsch ist. Diese kleinen Unterschiede führen bei vielen Schreibenden immer wieder zu grosser Verwirrung. So auch bei den Begriffen «erstmalig» und «erstmals».

In den meisten Synonym-Datenbanken werden die Wörter als Synonyme des jeweils anderen aufgelistet. Das liegt wohl daran, dass sie von der Bedeutung her gleichwertig sind. Aber auch die Grammatik hat ein Wörtchen mitzureden: Aus grammatikalischer Sicht können «erstmalig» und «erstmals» nicht beliebig gegeneinander ausgetauscht werden. Doch woran liegt das?

Ganz einfach: «Erstmalig» ist ein Adverb, «erstmals» ist ein Adjektiv.

  • Ein Adverb beschreibt ein Verb und damit eine Tätigkeit oder Handlung näher:
    Das Theaterstück «Der Goalie bin ig» wird am Samstag erstmals aufgeführt.
  • Ein Adjektiv steht bei Substantiven (Hauptwörtern) und beschreibt diese näher:
    Die erstmalige Aufführung des Theaterstücks war ein voller Erfolg.

Die Unterscheidung ist also im Grunde ganz einfach – oder sollte es leicht heissen? Das ist ein Thema für einen anderen Beitrag.

Der Wiederholungstäter und die Widerspenstige

Manche Wörter sehen sich zum Verwechseln ähnlich – und klingen auch noch fast gleich. Das ist etwa bei «wieder» und «wider» der Fall. So klein der Unterschied auf den ersten Blick wirkt, so gross ist er in der Bedeutung: 

«Wieder» bedeutet «noch einmal, erneut». Es wird also immer dann verwendet, wenn es um eine Wiederholung geht: 

  • Er kommt wieder.
  • Er geht wieder in den Supermarkt. 
  • In Berlin beginnt der Wiederaufbau. 
  • Recycling bedeutet Wiederverwertung. 

Um sich das zu merken, denken Sie an einen Wiederholungstäter, der es nicht lassen kann, noch einmal etwas zu tun, das er zuvor schon einmal getan hat. Er liebt es einfach, die Dinge in Schleifen zu drehen. 

Anders die Widerspenstige: Sie ist eine Rebellin und setzt sich allem entgegen. Sie sucht die Konfrontation und ist immer anderer Meinung. Kein Wunder, denn «wider» bedeutet «gegen, entgegen»: 

  • Sie wird uns widersprechen. 
  • Sie widerlegt sein Argument. 
  • Wegen ihr hat er seine Aussage widerrufen. 
  • Widerwillig stellt sich die Widerspenstige ihrem Widersacher entgegen. 

Gross oder klein? Erste Hilfe bei Verben

Verben schreibt man immer klein. So haben wir das als Pappenheimer in der Schule gelernt. Allerdings stimmt das nicht ganz: Werden Verben substantiviert – also zu einem Nomen gemacht –, müssen sie grossgeschrieben werden. Das Tückische daran: Bis auf den Anfangsbuchstaben sieht das substantivierte Verb genauso aus wie die kleingeschriebene Grundform (Infinitiv). Bei den ersten zwei Beispielsätzen lässt sich das noch gut unterscheiden, doch was ist mit dem dritten Satz? 

  1. Wir wollen morgen einen Text schreiben
  1. Das Schreiben ist eine schöne Tätigkeit. 
  1. Keine Frage – schreiben/Schreiben macht uns Spass. 

So einfach ist die Sache also nicht. Deshalb haben wir ein Erste-Hilfe-Set zusammengestellt, mit dem sich die Substantivierung erkennen lässt. 

Artikelwörter: Besonders leicht lässt sich die Substantivierung an bestimmten und unbestimmten Artikeln erkennen, aber auch an Pronomen wie dieses, dein, ihr, unser und so weiter. Sie gehören auch zu den Artikelwörtern, weil man sie mit das ersetzen könnte. 

  • Das Schreiben ist eine schöne Tätigkeit. 
  • Dieses Warten ist lästig.
  • Ihr Bangen ist spürbar. 
  • Ein Nicken reicht. 
  • Kein Lachen der Welt ist so schön wie deins. 
  • Dem Trinken habe ich abgeschworen. 

Präpositionen: In Präpositionen wie aufs, am, ins, zum, beim und so weiter steckt jeweils ein Artikel (das oder dem): 

  • Beim Schreiben kommt sie zur Ruhe. 
  • Zum Lachen geht er in den Keller. 
  • Er ist ständig am Putzen. 

Aber auch nach Präpositionen ohne Artikel schreibt man das Verb gross: 

  • Mein Alltag besteht aus Schreiben und Essen.
  • Ohne Lernen zum Erfolg. 
  • Sie schwanken zwischen Hoffen und Bangen. 

Adjektive: Ein sicherer Hinweis auf die Grossschreibung ist schliesslich ein vorangestelltes Adjektiv: 

  • Lautes Lachen ist ansteckend. 
  • Langes Warten nervt. 

Manchmal geht beides: Beim dritten Beispielsatz (Keine Frage – schreiben/Schreiben macht uns Spass) ist sowohl die Gross- wie auch die Kleinschreibung korrekt. Denn man könnte einen Artikel, ein Adjektiv oder ein Adverb ergänzen: 

  • Artikel: Keine Frage – das Schreiben macht uns Spass. 
  • Adjektiv: Keine Frage – konzentriertes Schreiben macht uns Spass. 
  • Adverb: Keine Frage – konzentriert schreiben macht uns Spass. 

FAZIT: Substantivierte Verben werden grossgeschrieben. Man erkennt sie am Artikel, an einer Präposition oder an einem vorangestellten Adjektiv. Fehlen diese Hinweise, sind beide Schreibweisen korrekt. 

Reine Korinthenkackerei?

Für manche ist es übertrieben spitzfindig, zwischen «das gleiche» und «dasselbe» zu unterscheiden. Wer jedoch Wert auf korrekte und sorgfältig formulierte Texte legt, sollte diese Bedeutungsnuance kennen. Wann heisst es also zum Beispiel «das gleiche Notebook» und wann «dasselbe Notebook»?

«Dasselbe» betont die Einzigartigkeit einer Person oder einer Sache. Mit anderen Worten: Es gibt das, was durch das Substantiv beschrieben wir, nur ein einziges Mal:

Die Designerin arbeitet seit fünf Jahren mit demselben Notebook. Die Designerin nutzt also ein Notebook, das sie schon seit fünf Jahren besitzt.

«Das gleiche» wird hingegen verwendet, wenn sich zwei Dinge in ihren Eigenschaften oder Merkmalen zum Verwechseln ähnlich, aber nicht identisch sind. Das, was durch das Substantiv beschrieben wird, gibt es also mindestens zweimal:

Die Designerin arbeitet im Homeoffice mit dem gleichen Notebook wie im Büro. Die Designerin besitzt also zwei Notebooks vom gleichen Typ, eines zu Hause und eines am Arbeitsplatz im Büro.

Weil wir im Schweizerdeutschen nicht zwischen «dasselbe» und «das gleiche» unterscheiden, fällt es vielen schwer, sich die Regel zu merken. Da hilft diese Eselsbrücke: Zwei Dinge können sich nur gleichen – nicht selben.