Der Doppelpunkt ist ein vielseitiges Satzzeichen und ein ideales Stilmittel, um bestimmte Satzteile ins Rampenlicht zu rücken. Am häufigsten trifft man ihn bei der direkten Rede. Doch er hat viel mehr zu bieten, als bloss auf Äusserungen oder Gedanken hinzuweisen. Warum er trotzdem nicht häufiger verwendet wird? Unter anderem wegen der Unsicherheit, ob nach dem Doppelpunkt klein- oder grossgeschrieben wird.

Mit einem Doppelpunkt lassen sich Aufzählungen, nähere Angaben oder Erläuterungen ankündigen. Er steht auch vor Sätzen, die das Gesagte zusammenfassen oder ein Fazit daraus ziehen. Ein Satz wird nach einem Doppelpunkt grossgeschrieben, wenn er als selbständiger Satz stehen kann. Lässt sich der Satz nach einem Doppelpunkt wie ein Teilsatz mit einem Gedankenstrich oder Komma anschliessen, kann er gross oder klein beginnen. Nur klein fortgefahren wird, wenn der Satzteil kein eigenständiger Satz ist.

Beispiele:

  • Max rief: «Komm her!»
  • Im Set enthalten sind: grosse Schrauben, dicke Muttern und lange Nägel.
  • Kurz gesagt: Relevantes Content Marketing ist glaubwürdiger als Werbung.
  • Sie hat alles eingepackt: ihren Pass, ihr Flugticket und ihre Wasserflasche.