Generative KI in der Unternehmenskommunikation: Sparhebel oder strategisches Risiko?

Viele Kommunikationsabteilungen stehen derzeit unter Druck: Budgets werden gekürzt, Teams verkleinert, externe Mandate gestrichen. Gleichzeitig steigen die Erwartungen an den Output: mehr Inhalte, mehr Kanäle, mehr Wirkung. In dieser Situation wirkt generative künstliche Intelligenz wie eine Heilsbringerin. Doch wer nicht aufpasst, kommt in Teufels Küche. Ein Meinungsbeitrag.

Drei, vier vernünftige Prompts – und der Blogartikel steht. Zwei weitere – und der LinkedIn-Post ist formuliert. Effizienter und kostengünstiger scheint die Kommunikation für Unternehmen kaum zu gehen. Diese Haltung erachte ich als problematisch. Denn wenn wir KI primär als Sparinstrument betrachten, reduzieren wir Kommunikation auf Textproduktion – auf Zeichenketten ohne Firmen-DNA.

Wer Content nur noch so schnell und so günstig wie möglich erstellen will, verkennt die wirklich relevanten Fragen:

  • Wofür stehen wir als Unternehmen?
  • Was sagen unsere Inhalte über uns aus?
  • Wird unsere Expertise wahrgenommen?
  • Und bieten wir unserer Zielgruppe einen echten Mehrwert, der über allgemein zugängliche Informationen hinausgeht?

Kommunikation darf kein Selbstzweck sein

Unternehmenskommunikation sollte in erster Linie ein strategisches Instrument sein – und nicht zum Selbstzweck verkommen. Ein Fachartikel demonstriert Expertise. Ein Blogbeitrag ordnet Entwicklungen ein. Ein Newsletter stärkt Vertrauen. Qualität entsteht dabei nicht durch automatisch generierte Textblöcke, die in regelmässigen Abständen ausgespielt werden, sondern durch Substanz, Einordnung und sorgfältige Ausarbeitung.

Wer sich bei der Content-Erstellung mit KI nicht genügend Zeit nimmt, um eigene Perspektiven zu entwickeln, eigene Geschichten zu erzählen oder Expertinnen und Experten zu Wort kommen zu lassen, wird über eine reine Informationsvermittlung kaum hinauskommen. Und genau diese reine Informationsvermittlung hat für Unternehmen an Bedeutung verloren. Denn wer nach Informationen sucht, fragt einfach die KI.

Starker Content macht das Unternehmen fassbar

Wer heute wahrgenommen werden will, muss einordnen, kontextualisieren und Haltung zeigen. Ein guter Text erklärt nicht nur, was passiert, sondern warum etwas relevant ist – und welche Konsequenzen sich daraus ergeben.

Genau hier wird es schwierig für generative KI. Sie kann zwar vorhandenes Wissen kombinieren und strukturieren und typische Argumentationsmuster reproduzieren. Was sie aber nicht kann: eigene Erfahrung einbringen. Sie sitzt nicht in den Projektmeetings, sie kennt keine realen Zielkonflikte, sie trägt keine Verantwortung für die Positionierung einer Marke. Doch es sind gerade diese Erfahrungen, die in die Texte einfliessen – erst sie hauchen ihnen Leben ein und machen sie glaubwürdig.

Besonders deutlich wird das bei konkreten Projekten. Wenn ein Unternehmen schreibt: «In einem Projekt mit einem regionalen Energieversorger haben wir festgestellt, dass …», spüren die Leserinnen und Leser sofort: Hier spricht jemand aus der Praxis. Solche Sätze entstehen nicht aus statistischer Wahrscheinlichkeitsberechnung, sondern aus realen Erlebnissen. Sie tragen Kontext, Unsicherheit, manchmal auch Zweifel – und genau das macht sie wertvoll.

Kommunikation ist Beziehungsarbeit

Hinzu kommt ein weiterer Aspekt, der in der Effizienzdebatte oft untergeht: Kommunikation ist Beziehungsarbeit. Unternehmen kommunizieren nie ins Leere. Sie sprechen mit Kundinnen, Partnern, Mitarbeitenden oder Stakeholdern. Diese Menschen wollen nicht nur informiert werden. Sie wollen verstehen, wie das Unternehmen tickt, wofür es steht und was es ausmacht.

Wenn die Texte von Unternehmen generisch und glatt klingen, sind sie austauschbar – und dann wirkt auch das Unternehmen austauschbar. Doch wer Beziehungen aufbauen und pflegen will, muss fassbar sein. Die Sprache ist ein mächtiges Instrument dafür. Sie transportiert Emotionen, Haltungen und Positionen. Sie schafft Verständnis und erzeugt Nähe und Vertrauen.

KI als Werkzeug für die Unternehmenskommunikation nutzen

Heisst das nun, man sollte KI aus der Unternehmenskommunikation verbannen? Keineswegs. Richtig eingesetzt, ist sie ein leistungsfähiges Werkzeug. Sie kann helfen, Themenfelder zu sondieren, erste Strukturen vorzuschlagen oder komplexe Inhalte verständlich zu vermitteln. Sie kann Varianten generieren, bei der Recherche unterstützen oder sprachliche Schwächen aufzeigen. All das erhöht die Effizienz – ohne, dass dadurch die inhaltliche Verantwortung aus der Hand gegeben wird.

Die eigentliche Frage lautet deshalb nicht: Wie viel können Unternehmen bei der Kommunikation dank KI einsparen? Sondern: Welche Rolle soll die Kommunikation im Unternehmen spielen? Wenn sie lediglich als Kostenfaktor betrachtet wird, mag der schnelle KI-Text verlockend sein. Wenn sie jedoch als strategisches Instrument zur Demonstration von Kompetenz und zum Aufbau von Vertrauen verstanden wird, braucht es mehr als Effizienz.

Generative KI kann Prozesse beschleunigen. Sie kann helfen, schneller von der Idee zur Struktur zu kommen. Aber Substanz entsteht dort, wo Menschen Erfahrungen reflektieren, Entscheidungen verantworten, Position beziehen und Haltung zeigen. Dann entsteht Tiefgang, dann wird die Persönlichkeit des Unternehmens spürbar. Und nur dann kann die Kommunikation des Unternehmens auch wirken.

Am Ende ist es vielleicht gar keine technologische, sondern eine kulturelle Frage. Verstehen wir Kommunikation als Produktionsprozess – oder als Beziehungspflege? Wer sich für Letzteres entscheidet, wird KI al Werkzeug nutzen – aber nicht, um die eigene Stimme durch eine synthetische zu ersetzen.

Kundenakquise mit Persönlichkeit: Unsere 3-teilige Postkarten-Serie

Mit einer dreiteiligen Postkarten-Serie haben wir in den vergangenen Wochen gezielt Energieunternehmen auf unsere Dienstleistungen aufmerksam gemacht. Warum physische Mailings? Und warum eine dreiteilige Serie? Hier geben wir Einblick in den Prozess unserer Akquise-Kampagne.

1. Ausgangspunkt und Idee

Wir arbeiten seit über 15 Jahren für Stadtwerke und andere Energieunternehmen. Unser Branchen-Know-how ist ein klarer Wettbewerbsvorteil – also stellten wir uns eine einfache Frage: Wie zeigen wir potenziellen Kundinnen und Kunden in wenigen Sekunden, dass wir ihre Welt verstehen?

Für uns war klar:

  • Unser Sachverstand muss sofort sichtbar werden.
  • Wir wollen einen realen Schmerzpunkt ansprechen.
  • Und wir möchten sympathisch, aber gleichzeitig bestimmt und hartnäckig rüberkommen.

Daraus entstand die Idee einer dreiteiligen Postkarten-Serie. Dreiteilig deshalb, weil wir davon überzeugt sind, dass Wiederholung für Wiedererkennung sorgt. Und weil eine gewisse Hartnäckigkeit in der Akquise manchmal nötig ist – solange sie mit einem Augenzwinkern daherkommt und nicht auf die Nerven geht.

2. Konzeption

Mailing 1: «Andere verstehen hier Bahnhof»

Die Vorderseite zeigt eine Ansammlung branchenspezifischer Abkürzungen – LEG, ElCom, KLEIV, WACC, SDL, vZEV und so weiter. Darüber steht: «Andere verstehen hier Bahnhof.» Wer in der Energiebranche arbeitet, sieht sofort: Die kennen unsere Welt. Auf der Rückseite schärfen wir dann unser Leistungsversprechen.

Gestalterisch haben wir bewusst Platz gelassen für eine handschriftliche Anrede und ein paar Grussworte. Das erhöht die Aufmerksamkeit – gerade in einer Branche, die täglich mit digitalen Anfragen konfrontiert ist.

Mailing 2: «Acht Newsletter sollten es schon sein»

Die dritte Karte thematisiert den internen Druck. Auf der Vorderseite steht: «Acht Newsletter sollten es schon sein. Zumindest, wenn es nach Ihrem Chef geht.» Damit setzen wir bewusst auf ein Augenzwinkern – denn jede Kommunikationsverantwortliche kennt solche Situationen und weiss sofort, wovon wir reden.

Auf der Rückseite greifen wir die operative Realität auf: Wer schreibt diese Inhalte? Woher kommen die Themen? Wie bleiben sie relevant? Damit positionieren wir uns nicht nur als Texter, sondern als Sparringspartner für Themenentwicklung und Contentplanung.

Mailing 3: «Wow, sind die aber hartnäckig!»

Mit der dritten Postkarte nehmen wir humorvoll vorweg, was sich die Empfänger wohl denken: «Wow, sind die aber hartnäckig!»

Damit wollen wir signalisieren, dass wir nicht so schnell aufgeben. Denn wir texten mit Leidenschaft für die Energiebranche. Und genau das bringen wir auf der Rückseite zum Ausdruck.

Zum Abschluss der Postkarten-Serie setzen wir noch einen Akzent: Wir legen als kleines Geschenk eine Schokolade bei – als kleiner Vorgeschmack darauf , was unsere Texte leisten: Sie geben der Kommunikation unserer Kunden einen Energieschub.

3. Feedback aus dem Netzwerk

Wir haben die Entwürfe in unserem Netzwerk getestet. Wir wollten wissen:

  • Funktioniert die Ansprache?
  • Ist das Leistungsversprechen klar genug formuliert?
  • Wird die Ironie im zweiten Mailing verstanden?

Das Feedback hat uns bestätigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Gleichzeitig haben wir wertvolle Hinweise erhalten, um die Mailings noch rechtzeitig zu verbessern.

4. Finalisierung und Versand

Danach ging es an die Ausarbeitung: Wir haben die Vorderseiten grafisch optimiert, die Texte auf der Rückseite geschärft und lesefreundlich gelayoutet sowie die Calls to Action auf den Punkt formuliert. Danach kümmerten wir uns um den Versand: Für eine persönliche Note haben wir die Postkarten von Hand adressiert und die Empfänger direkt mit Namen angesprochen. Dadurch wirkt jede Postkarte persönlich – was manchmal der entscheidende Türöffner ist.

6. Nachfassen

Uns ist bewusst: Auch ein dreistufiges Mailing führt nicht automatisch zu Aufträgen. Daher fassten wir rund zwei Wochen nach dem dritten Versand bei jenen Empfängerinnen und Empfänger telefonisch nach, die wir als besonders interessant einstuften. Dabei ging es nicht um aggressiven Verkauf, sondern um ein offenes Gespräch: Wo steht das Unternehmen? Wo gibt es Kommunikationsbedarf? Wo können wir konkret helfen?

Darum glauben wir an physische Mailings

Seit dem Boom der digitalen Medien – und erst recht in Zeiten von AI Slop – sind physische Mailings zum Premium-Werbemittel avanciert: Kein anderes Medium ist persönlicher, inspirierender und vertrauenswürdiger als das Direct Mailing. Und die Postkarte profitiert von einem zusätzlichen Sympathie-Bonus.

Vorsicht vor dem Deppenleerzeichen

Ob auf Webseiten, in Social-Media-Posts oder in Fachtexten – immer öfter stossen wir auf das, was wir unter Rechtschreibnerds süffisant Deppenleerzeichen bezeichnen. Drei Kostproben:

  • Das Buch steht in der Stadt Bibliothek.
  • Er ist Diplom Ingenieur.
  • Sie bezahlt ihre Rechnung am Post Schalter.

Orthografisch gesehen handelt es sich bei den Kursivsetzungen jeweils um zwei separate Wörter, die nichts miteinander zu tun haben, weil ein Leerzeichen dazwischen liegt:

Stadt. Bibliothek. / Diplom. Ingenieur. / Post. Schalter.

Erst durch die Kopplung oder die Zusammenschreibung der beiden Wörter entsteht die korrekte Bedeutung: Ein Ort, an dem man Bücher ausleihen kann, ist die Stadtbibliothek. Erst durch einen Uniabschluss wird man zum Diplom-Ingenieur. Und der Postschalter ist für manche immer noch die erste Wahl, um ihre Rechnungen zu bezahlen.

Zum Glück ist die Regel, die dahinter steckt, leicht zu merken: Wann immer zwei Wörter zusammen eine neue Bedeutung ergeben, werden sie zusammengeschrieben oder mit einem Bindestrich gekoppelt.

Schreibweisen von Fremdwörtern im Deutschen: Die wichtigsten Regeln im Überblick

Jedes Jahr wandern neue Fremdwörter ins Deutsche ein – besonders aus dem Englischen. Doch wie schreibt man sie korrekt? Die 4 wichtigsten Regeln im Überblick.

1. Komposita: Oft zusammengeschrieben – auch bei Fremdwörtern

Im Deutschen werden zusammengesetzte Wörter grundsätzlich zusammengeschrieben. Das gilt auch für aus dem Englischen übernommene Komposita:

  • air bag → Airbag
  • street food → Streetfood
  • chat group → Chatgroup
  • trend setter → Trendsetter
  • mountain bike → Mountainbike

Bei langen oder schwer lesbaren Kombinationen ist ein Bindestrich möglich und oft empfehlenswert, um die Lesbarkeit zu verbessern. In diesen Fällen werden aber immer beide Bestandteile grossgeschrieben, wenn sie im Original Nomen sind:

  • Science-Fiction
  • Business-Administration

2. Adjektiv + Nomen: Grundsätzlich getrennt – aber mit grossen Initialen

Kombinationen aus englischem Adjektiv und Nomen schreibt man im Deutschen getrennt. Beide Teile beginnen mit Grossbuchstaben:

  • High Society
  • Social Media
  • Electronic Banking

3. Gleichrangige Infinitive: Getrennt – Grossschreibung – optional Bindestrich

Werden zwei englische Infinitive verbunden, schreibt man sie getrennt und beide Infinitive gross:

  • Park and Ride
  • Copy and Paste

Optional ist auch eine Bindestrichschreibung möglich – mit Gross- oder Kleinschreibung des zweiten Bestandteils: Park-and-Ride / Park-and-ride

Kommt ein weiterer Bestandteil hinzu, muss durchgekoppelt werden (durchgehende Bindestriche): Park-and-Ride-System / Park-and-ride-System

4. Verb + Adverb: Bindestrich – ausser bei eingedeutschten Formen

Fremdwörter aus englischem Verb + Adverb werden im Deutschen mit Bindestrich geschrieben. Das Adverb bleibt klein:

  • Make-up
  • Check-in

Bereits etablierte eingedeutschte Formen werden dagegen zusammengeschrieben – ohne Bindestrich: Comeback, Countdown, Layout, Handout, Lockdown

Wenn drei gleiche Buchstaben aufeinandertreffen

Bestimmt sind auch Sie schon Wörtern begegnet, die drei identische Buchstaben in der Mitte haben: Kunststoffflasche, Kaffeeersatz, Kennnummer oder schnelllebig, grifffest, fetttriefend. Der Grund dafür ist fast immer derselbe: Zwei Wörter werden zusammengesetzt – und das erste endet mit einem Doppelbuchstaben, während das zweite mit demselben Buchstaben beginnt.

Müssen alle drei Buchstaben stehen bleiben?

Ja. Nach aktueller Rechtschreibung werden alle drei Buchstaben geschrieben, um die Wortstämme der einzelnen Teile zu erhalten. Bei Substantiven darf aber zur besseren Lesbarkeit ein Bindestrich gesetzt werden. Zum Beispiel:

  • Kunststoffflasche / Kunststoff-Flasche
  • Kongressstadt / Kongress-Stadt
  • Geschirrreiniger / Geschirr-Reiniger

Ob Sie den Bindestrich tatsächlich verwenden, ist eine Frage der Lesbarkeit. Doch wenn Sie ihn verwenden, müssen Sie auf den Sinnzusammenhang achten. Das heisst: Der Bindestrich sollte immer den sogenannten Hauptsinneinschnitt markieren. Die Schreibweisen Rollladen oder Roll-Laden sind beide korrekt. Doch wenn Sie Rollladenschrank koppeln möchten, ist nur die Schreibweise Rollladen-Schrank korrekt. Bei Roll-Ladenschrank ist der Hauptsinneinschnitt am falschen Ort.

Adjektive und Partizipien: lieber ohne Bindestrich

Bei Zusammensetzungen mit Adjektiven oder Partizipien als zweitem Bestandteil ist die Bindestrichschreibung zwar erlaubt, aber nicht empfehlenswert. Schreiben Sie also:

  • fetttriefendes Essen statt fett-triefendes Essen
  • stillliegender Bahnhof statt still-liegender Bahnhof

Silbentrennung: Wörter richtig trennen

Wenn ein Wort am Ende einer Zeile keinen Platz mehr findet, kommt die Silbentrennung ins Spiel. Sie sorgt dafür, dass der Text lesbar bleibt – und optisch ansprechend gesetzt ist. Doch wie trennt man Wörter korrekt? In diesem Beitrag erfahren Sie die wichtigsten Regeln zur Silbentrennung.

Warum Silbentrennung?

Die Silbentrennung dient nicht nur dem Zeilenumbruch, sondern auch der Lesbarkeit. Eine gut gesetzte Trennung hilft, den Lesefluss nicht zu stören. Besonders im Printlayout – ob Broschüre, Magazin oder Geschäftsbericht – sorgt eine korrekte Trennung für ein harmonisches Schriftbild.

1. Einsilbige Wörter werden nicht getrennt

Wörter mit nur einer Silbe bleiben immer ganz:

Ohr, Tier, Zug, Stadt, Bus

2. Mehrsilbige Wörter trennt man nach Sprechsilben

Bei mehrsilbigen Wörtern richtet sich die Trennung nach der gesprochenen Silbenstruktur:

sa-gen, re-den, Am-sel, Wer-bung, Er-de

3. Regeln für Konsonanten und Vokale

  • Ein einzelner Konsonant wird immer auf die neue Zeile gesetzt:
    Fra-ge, Ho-tel, le-sen, sie-ben
  • Bei mehreren Konsonanten wird der letzte auf die neue Zeile gesetzt:
    hin-ter-her, es-sen, Fens-ter, Pros-pekt
  • Ein einzelner Vokal am Wortanfang oder am Wortende kann nicht abgetrennt werden:
    Ader, Opa
  • Zwei gleiche Vokale und Doppellaute dürfen nur zusammen abgetrennt werden:
    Waa-ge, Ei-mer, Eu-le, Kai-ser, sau-er

4. Buchstabenverbindungen ch, sch und ck

Sie gelten als ein Laut und werden nicht getrennt: Bü-cher, Ta-sche, Zu-cker

5. Zusammengesetzte Wörter

Sie werden in der Regel nach sprachlichen Bestandteilen getrennt: Haus-tür, Zie-gen-bock, Blog-post

Diese Regeln der Silbentrennung gewährleisten einen guten Lesefluss und helfen dabei, Texte professionell zu gestalten. Deshalb lohnt es sich, sie zu kennen und zu beherzigen.

Unsere 10 Satzzeichen – und was sie können

Punkt, Komma, Fragezeichen – diese drei Satzzeichen verwenden wir täglich. Doch die deutsche Sprache kennt noch sieben weitere, die oft unterschätzt werden. Zeit, das volle Potenzial unserer Zeichensetzung zu entdecken.

Punkt (.)

Der Punkt beendet eine Aussage – schlicht und bestimmt.

Die Bachforelle ist in der Aare heimisch.

Fragezeichen (?)

Dieses Satzzeichen markiert das Ende einer Frage.

Ist die Bachforelle vom Aussterben bedroht?

Ausrufezeichen (!)

Das Ausrufezeichen markiert einen Ausruf oder eine Aufforderung. Es wirkt dringlich, emotional, auffordernd – ein Satzzeichen mit Power.

Wir müssen die Bachforelle retten!

Doppelpunkt (:)

Er kündigt etwas an – eine Erklärung, ein Zitat oder eine Aufzählung.

Der Bericht zeigt: Der Bestand der Bachforelle ist rückläufig.

Strichpunkt (;)

Weniger bekannt, aber stilistisch wirkungsvoll: Der Strichpunkt trennt zusammenhängende und gleichwertige Satzteile oder komplexe Glieder einer Reihung.

Die Bachforelle ist ein Edelfisch; sie gehört zu den Salmoniden.

Gedankenstrich (–)

Ein Multitalent: Er markiert nicht nur Gegensätze und Überraschendes, sondern auch Einschübe.

Die Bachforelle – ein beliebter Speisefisch – wird kaum noch wild gefangen.

Auslassungspunkte (…)

Sie deuten an, dass etwas offen bleibt, oder regen an, das Ausgelassene bei Sätzen oder Wörtern selbst zu ergänzen.

Steigende Wassertemperaturen und immer mehr fischfressende Vögel – klar, was das mit dem Bestand der Bachforelle macht …

Klammern ()

Sie liefern Zusatzinformationen – nützlich, aber optional.

Beispiel: Die Bachforelle bevorzugt kühle und klare Fliessgewässer (wie die Kander oder die Kiene).

Anführungszeichen («»)

Sie kennzeichnen Zitate oder markieren Wortgruppen oder einzelne Wörter mit besonderem Gebrauch.

«Die Bachforelle steigt zum Laichen die Flüsse hoch», erklärt der Berufsfischer.

Komma (,)

Das Komma strukturiert Sätze: Es trennt Aufzählungen, Einschübe und Nebensätze.

Die Bachforelle lebt in kühlen, klaren, sauerstoffreichen Gewässern.

Wirkung bewusst steuern

Je nach Satzzeichen verändert sich die Wirkung:

  • Die Bachforelle, ein dickes, prächtiges Exemplar, haben wir uns schmecken lassen.
      → Der Einschub ist sachlich integriert – eine nüchterne Beschreibung.
  • Die Bachforelle – ein dickes, prächtiges Exemplar – haben wir uns schmecken lassen.
      → Der Einschub wirkt stärker betont – fast wie ein anerkennendes Staunen.
  • Die Bachforelle (ein dickes, prächtiges Exemplar) haben wir uns schmecken lassen.
      → Der Einschub wirkt nebensächlich oder erklärend – als Zusatzinformation.

Sie sehen: Satzzeichen sind mehr als formale Pflicht. Richtig eingesetzt, beeinflussen sie auch die Betonung – und damit die Wirkung Ihres Textes.

Einfacher und doppelter Gedankenstrich

Der Gedankenstrich ist eines der wirkungsvollsten Satzzeichen. Er beeinflusst den Rhythmus von Sätzen, zieht die Aufmerksamkeit auf sich und erzeugt Spannung. Doch wann setzt man ihn ein – und wann braucht es gleich zwei?

Der einfache Gedankenstrich

Der einfache Gedankenstrich kennzeichnet eine Stelle im Satz, die zum Nachdenken anregt, den Blick auf eine unerwartete Wendung lenkt oder Spannung aufbaut:

  • Da – ein Peitschenknall, und sofort stoben die Pferde davon.
  • Schon glaubte sie sich verloren – da hörte sie eine Stimme.

Der einfache Gedankenstrich kann auch als Alternative für den Doppelpunkt stehen, wenn das Folgende noch deutlicher hervorgehoben werden soll:

  • Ihm fehlte vor allem eines – Geld.

Der doppelte Gedankenstrich

Gedanken, Bemerkungen und eingeschobene Sätze werden in Gedankenstriche eingeschlossen (= doppelter Gedankenstrich), wenn Kommas oder Klammern zu schwach erscheinen. In den folgenden Beispielen würde ein Komma den Einschub zu wenig betonen und Klammern würden ihn stark abschwächen. Nur der doppelte Gedankenstrich erzeugt den richtigen Effekt:

  • Sie war – wer könnte es ihr verübeln? – über diesen Streich erzürnt.
  • Der Hund traute sich – sein neuer Herr war eben eingetreten – nicht mehr aus dem Versteck hervor.

Komma oder Gedankenstrich? Manchmal braucht es beides

Ein Gedankenstrich ersetzt nicht immer ein Komma – in manchen Fällen braucht es beide Satzzeichen:

  • Er kam – noch am selben Abend –, aber mit schlechtem Gewissen.
  • Sie stand rasch auf – ich staunte ob ihrer Grösse –, um den Ordner zu holen.