Angela Merkels Argumente

Mit dem Genitiv-Apostroph ist es so eine Sache – vor allem, wenn es um Namen geht. Überzeugen mich Angela Merkels Argumente oder Angela Merkel’s Argumente? Sind es Susannes Kinder oder Susanne’s Kinder?

Im Normalfall wird der Genitiv ohne Apostroph geschrieben. Zur Anwendung kommt der kleine Strich nur, wenn ein Name auf s, ss, x, z oder tz endet. 

Beispiele:

  • Fritz’ Rede
  • Montreux’ Stadtpräsident (besser: Stadtpräsident von Montreux)

Ebenfalls zulässig ist der Apostroph, um die Grundform eines Namens zu verdeutlichen, sofern diese nicht offensichtlich ist. In diesem Fall sind zwei Formen korrekt.

Beispiel:

  • Nicolas Wäscherei und Nicola’s Wäscherei

Hier macht der Apostroph deutlich, dass die Wäscherei einer Frau gehört – nämlich Nicola – und nicht dem Mann Nicolas.

 

Alles andere als einfach

Nach «etwas», «wenig», «nichts» oder «viel» schreibt man grundsätzlich gross: etwas Grosses, wenig Schönes, viel Gutes, nichts Neues. Gilt das auch, wenn «anderes» folgt?

Grossschreibung ist hier zwar erlaubt. Duden empfiehlt bei Formulierungen mit «andere», «anderer» und «anderes» aber immer Kleinschreibung.

Beispiele:

  • Es ist etwas anderes, ob du Texter oder Content Creator bist.
  • Die anderen haben es anders gemacht.

Welcher der beiden?

Wenn von zwei Leuten die Rede ist, kann anstelle wiederholter Namensnennung auch von «den beiden» geschrieben werden. Aber schreibt sich das gross oder klein?

Obwohl der Artikel «die» auf Grossschreibung schliessen lässt, wird «die beiden» immer kleingeschrieben.

Beispiele:

  • Die beiden verstehen viel von Corporate Publishing.
  • Euch beide kenne ich vom Fitnessstudio.
  • Einer der beiden arbeitet in einer PR-Agentur.

Wie weiter nach Doppelpunkt?

Er leitet ein, fasst zusammen, separiert und betont. Mit ihm lassen sich Struktur und Spannung erzeugen. Die Rede ist vom Doppelpunkt. Ob es nach dem «Allrounder der Satzzeichen» gross oder klein weitergeht, hängt von seiner Funktion ab.

Gross geht es weiter, wenn nach dem Doppelpunkt ein Zitat oder ein vollständiger Satz mit Subjekt und Verb folgt – zum Beispiel ein Fazit, eine Begründung oder eine Zusammenfassung:

  • Bruno antwortete: «Am liebsten esse ich Lasagne.»
  • Lange Rede, kurzer Sinn: Der Einwand ist berechtigt.

Klein geht es weiter, wenn nach dem Doppelpunkt eine Aufzählung folgt:

  • Das Unwetter hatte verheerende Folgen: zerstörte Häuser, gesperrte Strassen, Hochwasser.

Kleinschreibung folgt ebenso, wenn nach dem Doppelpunkt ein unvollständiger Satz steht:

  • Sie kontrollierte die Herdplatten: alle abgestellt.

Alles klein?

Im digitalen Zeitalter von WhatsApp, Snapchat & Co. verzichten wir oft auf Höflichkeitsformen und schreiben alles klein. Im Falle von «alle» und «alles» ist das auch in formellen Texten richtig so: Das Pronomen und unbestimmte Zahlwort schreibt man – sogar höflich benutzt – immer klein.

Beispiele:

  • Wir möchten uns bei Ihnen allen bedanken.
  • Ich möchte Sie alle herzlich zum Apéro einladen.
  • Hast Du es allen persönlich mitgeteilt? Ja, ich habe mit allen geredet.
  • Das Unternehmen hatte alles in allem ein gutes Jahr.

Bei dem allem gibt es eine einzige Ausnahme: In der Redewendung «Du bist mein Ein und Alles» schreibt man das kleine Wörtchen gross.

Richtig managen

Dass wir auch auf Deutsch immer mehr englische Verben verwenden, ist ganz normal geworden. Doch wie bildet man das Perfekt richtig?

Bei solchen eingedeutschten Verben sind nur die deutschen Endungen korrekt. Die Konstruktion funktioniert also nach den immer gleichen Regeln: mit der Vorsilbe «ge» und «t» am Schluss – statt mit «ed» wie auf Englisch.

Beispiele:

  • Der Chef hat die Situation sehr professionell gemanagt.
  • Er hat die redigierten Texte gestern noch downgeloadet.
  • Der Eishockeyspieler wurde gecheckt und fiel zu Boden.

 

Kommen Sie näher!

Sie sind ein Dauerbrenner beim Thema Rechtschreibung: die zusammengesetzten Verben. Worin liegt zum Beispiel der Unterschied zwischen «näherkommen» und «näher kommen»?

Ganz einfach: Wenn zwei Menschen sich besser kennenlernen und vertrauter miteinander umgehen, muss «näherkommen» zusammengeschrieben werden. Bewegen sich hingegen zwei Dinge aufeinander zu, schreibt man «näher kommen» auseinander.

Beispiele:

  • Nach sechsstündigem Marsch ist die Famillie ihrem Ziel endlich näher gekommen.
  • Die zwei haben sich in der Kommunikationsagentur kennengelernt und sind sich nähergekommen.
  • Die beiden Schiffe sind sich im Hafen gefährlich nahe gekommen.

An der kurzen Leine

Ist «kurz halten» oder «kurzhalten» richtig? Beide Begriffe gibt es. Sie haben aber ganz unterschiedliche Bedeutungen.

«Kurzhalten» ist das passende Verb, wenn jemandem nur wenige Freiheiten gewährt werden. Damit etwas nicht zu lange dauert, muss man sich kurzhalten. Hält man etwas kurz in den Händen, ist die Schreibweise in zwei Wörtern korrekt.

Beispiele:

  • Gutes Storytelling kann auch bedeuten, dass man sich kurzhält.
  • Kannst du mein Glas kurz halten?
  • Unsere Nachbarin gehört zu jenen Hundbesitzern, die ihren Vierbeiner kurzhalten.